30 مارس

Eilat liegt nicht in Südafrika, ein Kommentar von Reuven Cabelman

Mit der Hilfe des Allmächtigenein

Eilat liegt nicht in Südafrika…
…sondern ist eine Touristen- und Badeoase in der Negev-Wüste und direkt am Roten Meer (dem “Yam Suf”) gelegen. Mit ihrem Hafen ist sie zugleich eine ökonomische Lebensader des zionistischen Staates, denn dort werden - dem heldenhaften “Sinaifeldzug” sei es gedankt - vor allem Rohöl und Autos abgeladen, derweil sich die Sonnenanbeter und Badenixen der israelischen Society bei guter Wetterlage - und die herrscht hier eigentlich

immer - auch an der hervorragenden Aussicht auf die Küsten arabischer Freund- und Feindesländer erfreuen können. Niemand, der hierher kommt, hat irgendwelche Ambitionen des Wunders der Spaltung des Schilfmeeres nach dem Auszug der Israeliten aus Mitzrayim zu gedenken. Im Gegenteil: Gerade jetzt vor dem Pesach-Fest zieht es die “Israelim” ganz besonders nach Eilat, um dem Trubel, der Hektik, dem Stress und schlechthin den Alltagssorgen entfliehen zu können und es sich stattdessen am Strand des zionistischen Copacabana einmal so richtig gut gehen zu lassen. Man gönnt sich ja schließlich sonst nichts. Für eine Weile und beim Genießen eines “geschüttelten und nicht gerührten” Cocktails an der Hotelbar vergisst man die noch frisch von der Erinnerung abrufbaren Höllenqualen des gerade durchgestandenen Selbstverteidigungskrieges gegen die bis auf die Zähne bewaffneten Terroristen aus Gaza genauso schnell wie man Gedanken an einen militärischen Schlag gegen einen anderen wesentlichen Teil der “Achse des Bösen”, nämlich das iranische “Mullah-Regime”, erst überhaupt nicht aufkommen lassen will. Nach dem vierten Drink versinkt der eine vielleicht in Selbstmitleid, der andere lässt dafür das Pathos der unbesiegbaren Tzahal hochleben, um dann mit einem letzten Glas “Bloody Mary” dem arabischen Kellner hinter dem Tresen ein “Never again” zuzuschreien und ihn zu fragen, warum er eigentlich nicht “rüber geht nach Jordanien”.

Eilat hat aber noch eine Kleinigkeit zu bieten: Der Urlaubsort ist auch Partnerstadt der südafrikanischen Hafen- und Touristenstadt Durban. Damals, als diese Partnerschaft begründet wurde, waren die Verhältnisse noch klar: Man unterhielt hervorragende gegenseitige Beziehungen sowohl auf diplomatischer, wirtschaftlicher und vor allem militärischer Ebene, schließlich hatte man ja auch gleich gelagerte weltanschauliche Fundamente: Rassentrennung, Ethnokratie, Apartheid und die weißen Buren hatten sich ja auch gegen den “schwarzen Terror” des ANC zu wehren. Heute jedoch, nachdem die Massen Südafrikas sich zwar nicht von ihrer Armut, jedoch längst vom Joch der Diskriminierung und Unterdrückung befreit haben, gerät alleine der Begriff “Durban” ins propagandistische Flechettes-Feuer der Nationalzionisten und ihrer Agenturen von Tel Aviv bis Berlin. Die “Ach-sind-sie-so-gut-Menschen”, die mit Durban - wen wundert’s - die Weltverschwörung des “Antisemitismus” ausgemacht zu haben glauben, werden nicht müde darin, die geplante UN-Konferenz im April, die sich auf diese Stadt und die immer noch sehr junge freiheitliche und gleichwohl zerbrechliche Tradition des Landes beruft, zu verunglimpfen und die UN-Mitglieds-Regierungen zur Nichtteilnahme, sprich zum “Boykott”, zu manipulieren. Denn eine “einseitige Verurteilung” der Praktiken des zionistischen Staates - so befürchten jedenfalls die selbsternannten “Judenfreunde” - gegenüber der Bevölkerung der “Bantustans” in Gaza und dem Westjordanland leitet sich - und dies versteht sich doch von selbst - aus nichts anderem ab als aus dem “Hass auf die Juden”. Sie lassen darum nichts unversucht und arbeiten heftig auf allen Ebenen - selbstverständlich sowohl hinter den Kulissen als auch mit offenem Visier und gezücktem Messer an der Medienfront. Die Rollen sind wie eh und je entsprechend verteilt.

Apropos “Boykott”: Zu Zeiten der südafrikanischen Buren-Regentschaft gab es immer mal wieder Aufrufe, Produkte aus diesem Land zu boykottieren, um so den herrschenden Buren/Bauern deutscher und holländischer Herkunft deutlich zu machen, dass die internationale Gemeinschaft an ihrer im Jahre 1948 (!!!) realisierten Apartheids-Politik etwas auszusetzen hatte. Nicht, dass die Buren im Laufe ihrer Geschichte nicht zu leiden gehabt hätten, wurden sie doch von den Briten und nicht etwa von der schwarzen Bevölkerungsmehrheit mehr als einmal in “concentration camps” interniert, ausgehungert und gemeuchelt, wobei die zuletzt genannte wiederum die Abschaffung der Sklaverei den Engländern zu verdanken hatte. Drängt sich da nicht zumindest die Frage auf, welche “Schuld” denn eigentlich die palästinensischen Araber am Massenmord an unseren Vorfahren während des 2. Weltkrieges hatten, dass sie seit nunmehr über 60 Jahren unter dem zionistischen “Buren-Regime” leiden müssen? Vergleichen heißt ja nicht gleichsetzen.

Nun wagte sich unlängst ein OB-Kandidat aus Duisburg damit hervor, dass er - wie im übrigen viele andere auch - einen Boykott zionistischer Güter als eine Möglichkeit offerierte, den Druck auf die Kolonialmacht “Israel” wenigstens etwas zu erhöhen, um eventuell dadurch einen Beitrag dazu leisten zu können, dass eine Verbesserung der Lage der Bevölkerung von Gaza erreicht werden kann. Doch - wie nicht anders zu erwarten - sieht er sich seitdem als “Antisemit” diffamiert, in einen Topf geworfen mit Luther, Marr und Streicher. Was für Südafrika recht und billig war, darf beim zionistischen Staat nicht sein, denn er allein hat offensichtlich die Befugnis sich auf dieser Welt über internationales Kriegs- und Völkerrecht hinwegzusetzen, - und dies auch noch unter kontinuierlichen Missbrauchs der jüdischen Opfer während des 2. Weltkrieges - ohne dass er dafür irgendwelche Sanktionen seitens der Völkergemeinschaft zu befürchten hätte. Während die Zionisten aller Schattierungen emsig und fieberhaft daran arbeiten, ihre Boykottaktivitäten gegen Durban in Genf zu einem für sie befriedigenden Ende zu bringen und die Konferenz möglichst vor leeren Rängen Revue passieren zu lassen, wird ein Duisburger Lokalpolitiker zur Treibjagd freigegeben, nur weil er das Mittel eines Boykotts gegen einen Staat als ebenso adäquat beurteilte. Die Spitze des Eisbergs der zionistischen Schmutzkampagne gegen den Duisburger Stadtparlamentarier ist dann die, dass die Verleumder ihn mit dem Nazi-Aufruf “Kauft nicht bei Juden” in Verbindung gebracht haben.

Der Logik zionistischen Kalküls folgend existieren eigentlich nur noch zwei Kategorien von Menschen: Die einen sind im zionistischen Staat selbst konzentriert oder in seinen diversen Außenagenturen ein Ableger desselben. Oft sind sie auch mit jenen identisch, die sich darüber hinaus zu selbsternannten Vertretern des “Judentums” gemacht haben und sich auf den zionistischen Staat ausschließlich in positiver, fast schon abgöttischer Weise beziehen, sich ihm andienen oder auch mit “historischen Schuldgefühlen” geplagt den “Freund des jüdischen Volkes” mimen, ohne überhaupt zu wissen, was das “jüdische Volk” ausmacht (wobei man sich zudem die Frage stellen müsste, warum sie alle Juden am liebsten dort sehen würden?). Das sind jedenfalls die “Guten”, die ins Körbchen kommen. Alle anderen gehören ins “Antisemiten-Töpfchen”.

Das Urlaubsmekka Durban liegt am Indischen Ozean, Eilat am Roten Meer mit Zugang zum Indischen Ozean. Der Gazastreifen befindet sich am Mittelmeer, das wiederum durch den Suezkanal mit dem Roten Meer verbunden ist. An den Hotelbars in Eilat oder Durban kann der zahlende Tourist “Bloody Mary” bis zum Umfallen saufen - im Gazastreifen ist noch nicht einmal genügend Trinkwasser vorhanden und das Blut, das dort in den vergangenen Monaten geflossen ist, eignet sich nicht zum Verzehr. Stellt sich eine Frage: Wann wird wohl Eilat nicht mehr zum “alten burischen Südafrika” gehören? Jedenfalls sollten solange jüdische wie nicht-jüdische Antizionisten und Friedens- und Menschenrechtsaktivisten mit erhobenen Hauptes an der Durban-II-Konferenz in Genf teilnehmen. Wer weiß, vielleicht findet ja eine der kommenden Konferenzen am Roten Meer statt? Dann, wenn eine der Forderungen der ersten Konferenz nach dem Recht der Rückkehr für alle palästinensischen Flüchtlinge in ihr Heimatland erfüllt worden ist.

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